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Playoff-Helfer oder Stolperstein? Atlanta Falcons empfangen Carolina Panthers

Die Partie: Atlanta Falcons vs. Carolina Panthers

Austragungsort: Mercedes-Benz Stadium

Kickoff: 5. Januar 2025, 19:00 Uhr (CET)

All-Time-Record: 36-22-0

Wo ihr das Spiel gucken könnt: RTL+, Game Pass International (via DAZN)

Die Ausgangslage: Mit der knappen Overtime-Niederlage der Falcons gegen die Washington Commanders hat das Team sein Schicksal ĂŒber den Playoff-Einzug endgĂŒltig aus den eigenen HĂ€nden gegeben. Die Falcons benötigen an diesem Wochenende nicht nur zwingend einen Sieg gegen die Carolina Panthers, sie mĂŒssen vielmehr zugleich darauf hoffen, dass die New Orleans Saints die Tampa Bay Buccaneers schlagen. Nur bei Eintritt dieses Szenarios können die Falcons aufgrund des Tiebreakers noch die NFC South gewinnen und so in die NFL-Playoffs einziehen. Die Chance auf einen Wildcard-Spot besteht fĂŒr Atlanta nicht mehr, denn diese drei PlĂ€tze sind bereits an die Commanders, die Green Bay Packers und an den Verlierer der Partie Detroit Lions vs. Minnesota Vikings vergeben.

Die Falcons werden also am kommenden Sonntag nicht nur auf ihr eigenes Scoreboard schauen, sondern sie werden zeitgleich immer auch einen Blick auf das Spiel zwischen den Bucs und den Saints werfen und vielleicht auch hier bis zur letzten Sekunde zittern mĂŒssen.

"Wir haben uns selbst in diese Situation gebracht. Wir waren so nah dran, unser Schicksal zu kontrollieren und wir haben es uns entgehen lassen. Das ist die RealitĂ€t. Wir mĂŒssen es wehtun lassen, wir mĂŒssen es brennen lassen. Aber wir haben noch Luft." (Grady Jarrett)

Seit der letzten Begegnung der beiden Teams im Oktober hat sich auf beiden Seiten viel getan. Seitdem stehen die Falcons bei einer Bilanz von vier Siegen zu sechs Niederlagen und einem Wechsel auf der Position des Quarterbacks, die Panthers bei drei Siegen zu sieben Niederlagen. Werden die Falcons es schaffen, ihrer Bilanz im Spiel gegen die Panthers einen weiteren Sieg hinzuzufĂŒgen und damit zeigen, dass sie auch auf dem Gridiron immer noch das Team sind, was sie auf dem Papier darstellen? Der nachfolgende Blick auf beide Teams verrĂ€t, an welchen Stellschrauben sie dafĂŒr drehen mĂŒssen.

Der Gegner: Die Panthers stehen bei einer Bilanz von 4-12 und auch wenn sie fĂŒr diese Saison nichts mehr zu gewinnen haben, so haben sie gleichzeitig auch einfach nichts mehr zu verlieren. Verstand man die schwarzen Raubkatzen aus North Carolina zu Beginn der Saison eher als zahnlose kleine Miezen, zeigte das Team unter Signal Caller Bryce Young in den vergangenen Wochen eine beeindruckende Entwicklung und bewies, dass man selbst gegen starke Gegner konkurrenzfĂ€hig ist. Dessen ist sich auch Head Coach Raheem Morris bestens bewusst: "Sie haben einen Weg gefunden, Bryce wieder Selbstvertrauen einzuhauchen. Sie haben gute Arbeit geleistet, ihn zurĂŒckzuholen, was selten vorkommt. Tolle Trainerarbeit", zollte der HauptĂŒbungsleiter der Falcons seine Anerkennung gegenĂŒber dem Divisionsrivalen. Infolge dieses Aufschwungs konnten die Panthers unter Rookie-Head-Coach Dave Canales ĂŒber die Saison verteilt jedenfalls vier Siege erzielen. Zudem verloren sie Spiele gegen die Kansas City Chiefs, die Philadelphia Eagles und das Hinspiel gegen die Buccaneers nur knapp. Eine herbe Niederlage musste Carolina jedoch erst in der vergangenen Woche im RĂŒckspiel gegen die Bucs einstecken. Ein Spiel, in dem das Team fĂŒnf Touchdowns und insgesamt 552 Yards Total Offense zuließ.

Und genau hier liegt in dem Aufeinandertreffen zwischen den Falcons und den Panthers der mögliche SchlĂŒssel zum Erfolg, der aber auch schnell zum TĂŒröffner einer tunlichst zu vermeidenden Niederlage werden könnte: Sowohl Carolinas Offensive als auch die Defensive sind sichtbar angeschlagen. Gleichzeitig wird das Team alles fĂŒr einen Bounce-Back-Sieg tun, um mit einem Erfolg in die Offseason zu starten. Offensiv mĂŒssen die Panthers auf ihre Rushing-Waffe Chuba Hubbard verzichten, da sie ihn nach dem Spiel gegen die Arizona Cardinals aufgrund einer Wadenverletzung auf die IR setzten. Dort befindet sich auch Rookie-Running-Back Jonathan Brooks. Was daraus folgt, ist ein ausgedĂŒnntes Backfield und ein eingeschrĂ€nktes Run Game, denn ihre Laufwege mĂŒssen die Raubkatzen nun mit den ErsatzmĂ€nnern Raheem Blacksheer und Mike Boone bestreiten und das hat jedenfalls im Spiel gegen Tampa Bay nur mĂ€ĂŸig gut funktioniert. WĂ€hrend Blackshear auf 20 Rushing Yards bei 8 Carries kam, schaffte es Boone auf 11 Yards bei 2 Carries. Möglicherweise spielbereit könnte aber Running Back Miles Sanders sein, der nach einer Knöchelverletzung, die er sich im NFL-Munich-Game zuzog, erstmals wieder vollstĂ€ndig an Trainingseinheiten teilgenommen hat. Atlanta sollte also mit der Defense den Lauf stoppen, um den ersten Schritt in Richtung Sieg zu gehen. Zeitgleich muss die Defensive aber insbesondere ein Auge auf die Connection zwischen Quarterback Young und seinem Wide Receiver Adam Thielen haben. Thielen ist Youngs liebste Anspielstation und dabei auch sehr erfolgreich. Was sich letzte Saison insbesondere in kurzen PĂ€ssen zeigte, ist in diesem Jahr zu einer gefĂ€hrlichen Verbindung auch bei tiefen WĂŒrfen geworden und so konnte der 34-JĂ€hrige Thielen im Spiel gegen die Bucs auftrumpfen und gleich zwei Passing Touchdowns erzielen. Daneben zeigen jedoch auch die weiteren Receiver immer wieder ihr Potential, was Atlantas Defense nicht leichtfertig ĂŒbersehen darf. Mit UDFA Jalen Coker und First-Round-Pick Xavier Legette bieten sich weitere Jungspunde als PassempfĂ€nger fĂŒr Young, dessen Selbstvertrauen immer weiter wĂ€chst. Auch im Scrambling hat Young erhebliche Fortschritte gemacht und wichtige Drives fĂŒr sein Team am Leben erhalten. Denn selbst wenn es aussieht, als wĂŒrde ein Play scheitern, schafft es Young zeitweise, sich aus dem Druck des Gegners herauszuwinden und einen Ball in letzter Sekunde doch noch anzubringen oder einfach selbst zu laufen – vor allem in Fourth-Down-Situationen. Wenn die Falcons hier von Beginn an effizient ansetzen können, haben sie jedenfalls gute Chancen, um ihre eigene Aufgabe fĂŒr das Lösen eines Playoff-Tickets zu erfĂŒllen.

Die Falcons: Alles oder Nichts. So lautet das Motto der Falcons fĂŒr dieses Wochenende. Und mit diesem Mindset wird das Team unter Head Coach Raheem Morris, der sich nach dem Spiel gegen die Commanders harscher Kritik aufgrund eines nicht genommenen Timeouts ausgesetzt sah, an den Start gehen. Und auch wenn man bei Quarterback Michael Penix Jr. noch auf ein Breakout Game wartet, zeigte dieser bereits, dass Staff und Fans aufgrund seiner tiefen WĂŒrfe Hoffnung haben dĂŒrfen, ihren Quarterback der Zukunft gefunden zu haben. In seinen zwei Spielen hat der Rookie 37 von 62 PĂ€ssen angebracht und dabei 425 Yards und einen Touchdown erzielt. Daneben musste er aber auch bereits zwei Sacks einstecken. Penix Jr. wird zudem aufgrund seiner Eigenschaft als LinkshĂ€nder zu einer besonderen Herausforderung fĂŒr Cornerback Mike Jackson, werden, der in seiner Karriere noch nie gegen einen LinkshĂ€nder-Quarterback antreten musste. Ein entscheidender Vorteil fĂŒr Atlantas Offensive? Die Panthers haben keinen linkshĂ€ndigen Quarterback im Kader, um den Unterschied in dieser Woche im Training zu simulieren. FĂŒr Verteidiger, die bisher noch nicht mit einem LinkshĂ€nder konfrontiert waren, bedeutet dies, dass sie ihre Augen zu Beginn des Spiels darauf einstellen mĂŒssen, was sie sehen werden. Und vielleicht gelingt es den Falcons mit dem ein oder anderen Kniff, den Gegner jedenfalls zeitweise auszutricksen. "Am Ende des Tages werden die Routen immer noch dieselben sein", sagte Jackson. "Es ist nur so, dass jeder sagt, dass der Ball mit einem linkshĂ€ndigen Quarterback anders herauskommt. Der Ball hat einen anderen Spin, so dass er anders aussieht, wenn man ihn fangen will. Aber abgesehen davon wird es ganz normaler Football sein."

Werden die Panthers also zum Playoff-Helfer oder zum Stolperstein der Falcons? Schon in Woche 6, als man die Panthers mit 38:20 besiegte, war vor allem Atlantas Rushing Attack der SchlĂŒssel zum Erfolg. Aufgrund des ausgedĂŒnnten Backfields der Panthers dĂŒrfte auch in diesem Spiel hier der Hauptangriffspunkt der Falcons liegen. Im Spiel gegen die Commanders am vergangenen Wochenende konnte die Defensive der Falcons zudem gleich fĂŒnf Sacks verzeichnen und in den Rankings weiter nach oben klettern. An diesen Erfolg muss das Team zwingend anknĂŒpfen und Outside Linebacker Arnold Ebiketie, Outside Linebacker Matthew Judon sowie Inside Linebacker Kaden Elliss auf die Jagd schicken. Denn die O-Line der Panthers zeigt sich in der Protection von Young immer wieder vergleichbar mit einer Achterbahn. So ließ diese beispielsweise in Spielen gegen die Bucs fĂŒnf und gegen Dallas sechs Sacks zu. In Spielen gegen Philadelphia oder New York wiederum ließ sie gerade mal einen Sack zu, Washington bekam Young gar nicht zu Boden.

Refresh your eyes and thirst with our weekly recap of our favorite images from week eighteen practices ahead of the Sunday matchup against the Carolina Panthers, presented by Gatorade / FastTwitch.

Doch reine Defensiv-Arbeit wird in dieser Partie nicht ausreichen. Auch wenn man im Spiel gegen die New York Giants zwei Pick-Sixes erzielen konnte, muss auch die Offensive Punkte aufs Scoreboard bringen, um die Playoff-Hoffnungen am Leben zu erhalten. Und auf dem Papier dĂŒrfte das mit Running Backs Bijan Robinson und Tyler Allgeier sowie PassempfĂ€ngern wie Darnell Mooney und Drake London kein Problem sein. Denn die Panthers sind mit ihrer Defense an 32 geranked (Total Defense), haben bereits 56 Touchdowns zugelassen und sind kurz davor, den NFL-Rekord fĂŒr die meisten zugelassenen Punkte in einer Saison zu brechen, der 1981 mit 533 Punkten in einer Saison von den Baltimore Colts aufgestellt wurde. Atlanta sollte wie gewohnt volles Vertrauen in Robinson setzen, der gegen Washington zwei Touchdowns erzielte und damit bereits bei einer Gesamtzahl von zwölf steht. Das sind die meisten Touchdowns fĂŒr einen Falcons-Spieler seit Running Back Michael Turner im Jahr 2010 und Robinson wird diesem historischen Wert gegen die Rushing Defense der Panthers, die ebenfalls auf Position 32 geranked ist, sicher noch Touchdowns hinzuaddieren wollen und können. Und so dĂŒrfte einem Sieg der Falcons eigentlich nichts mehr im Weg stehen – außer sie sich selbst.

Expertentipps: In dieser Woche setzen neun von zehn Experten auf die Falcons. Das tun wir ihnen gleich und halten zudem alle Daumen gedrĂŒckt, dass die Saints zeitgleich den Weg ebnen, um das Team doch noch in auf die "Road to Super Bowl" zu schicken! Rise Up, Falcons Fans!

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