Der Auftakt in die neue Saison verlief nicht so, wie sich die Atlanta Falcons das vorgestellt hatten: Bei den Pittsburgh Steelers unterlag das Team unter Head Coach Kevin Stefanski am Ende mit 13:20. Und doch war es keine Partie, in der die Steelers den Falcons davonliefen: Pittsburgh kam insgesamt nur auf 26 Total Yards Raumgewinn mehr als Atlanta. Die Partie gaben die Falcons vor allem durch eigene Fehler aus der Hand.
Ein Blick auf die wichtigsten Erkenntnisse aus Week 1.
Bijan Robinson bestÀtigt sein Talent
Erkenntnis: Robinson ist lÀngst einer der besten Running Backs der Liga und das Fundament, auf dem die Offense der Falcons aufbaut.
Sollte es an der QualitĂ€t von Running Back Bijan Robinson jemals auch nur ansatzweise Zweifel gegeben haben, rĂ€umte er diese in Pittsburgh endgĂŒltig aus dem Weg. 29 Ballkontakte (21 Carries und 8 Receptions), 173 Scrimmage Yards und ein Touchdown nach einem 23-Yard-Screenpass: Robinson zeigte von der ersten bis zur letzten Minute, warum er zu den besten Running Backs der Liga zĂ€hlt und so wichtig fĂŒr eine funktionierende Offensive der Falcons ist. Beeindruckend war dabei seine VerlĂ€sslichkeit im Passspiel: In der ersten Halbzeit fing er alle sieben auf ihn geworfenen PĂ€sse. Doch wĂ€hrend Robinson fĂŒr Furore sorgte, kippte das Spiel an anderer Stelle.
Turnover fĂŒhren zum Sieg der Steelers
Erkenntnis: Turnover und Sacks bildeten das gröĂte Problem. Hier entscheidet sich, ob aus knappen Niederlagen enge Siege werden.
Nachdem Tua Tagovailoa sich am Donnerstag im Training verletzte, ĂŒbernahm Backup Cooper Rush die Aufgabe auf der Quarterback-Position. Dabei brachte er 12 von 22 PĂ€ssen fĂŒr 143 Yards und einen Touchdown an. Head Coach Kevin Stefanski lobte seinen Einsatz nach dem Spiel: "Er hat gekĂ€mpft, so wie ich es von ihm erwartet habe. Ich bin stolz darauf, wie er bis zum Ende gefightet hat."
Und doch wiegen Rushs Fehler im Spiel schwer. Zwei Interceptions gingen am Ende auf sein Konto. Die entscheidende Szene passierte im vierten Viertel: Rushs Screen Pass wurde von T.J. Watt abgefangen und ĂŒber 35 Yards zum Touchdown zurĂŒckgetragen â der Pick Six, der das Spiel praktisch entschied und eine SchlĂŒsselszene, aus der das gesamte Offense-Personal lernen kann. Gegen eine derart physische Defense muss jeder Ballbesitz und jedes Down mit gröĂter Sorgfalt behandelt werden. Schon im Vorfeld des Spiels betonte Stefanski, wie wichtig es sei, bei der Turnover-Bilanz die Oberhand zu behalten, und bezeichnete diese als "die wichtigste Statistik, die es in der NFL gibt."
Doch auch die Offensive Line hat noch Arbeit vor sich: Sie lieĂ zu, dass Rush gleich viermal gesackt wurde, was einige Drives der Falcons frĂŒhzeitig beendete.
Die Defense zeigte Licht und Schatten
Erkenntnis: Die Defense war diszipliniert, aber ohne eigenen Turnover fehlte das letzte Big Play.
Positiv: In seinem DebĂŒt fĂŒr Atlanta setzte Za'Darius Smith Aaron Rodgers gleich zweimal unter Druck und brachte ihn zu Boden. Die Defense hielt die Steelers zudem bei Third Downs Ă€uĂerst diszipliniert in Schach. Nur 3 von 13 Versuchen (23 %) fĂŒhrten zum Erfolg.
Allerdings gelang es der Defense nicht, selbst einen Turnover zu erzwingen. Hier bleibt Steigerungspotenzial, die eigenen Chancen kĂŒnftig konsequenter zu nutzen.
Die eigene Disziplin ist die gröĂte Baustelle
Erkenntnis: Strafen kosteten den Falcons mehrfach den Schwung.
Neun Strafen fĂŒr 96 Yards, davon sieben allein in der ersten Halbzeit â eine Bilanz, die fĂŒr sich spricht. Dabei kamen die meisten Strafen bei den Falcons nach dem Snap zustande, was fĂŒr Stefanski darauf hindeutete, dass es noch einige technische Anpassungen zu machen gibt.
Im Rahmen der Pressekonferenz nach dem Spiel sagte der Cheftrainer: "Wenn man sich die Strafen und die Ballverluste anschaut, dann ist es einfach schwer, auswÀrts zu gewinnen, wenn einem das passiert."
AuffÀllig war zudem, dass die Falcons in keinem einzigen Drive, in dem eine Strafe gegen sie verhÀngt wurde, punkten konnten. Dies zeigte sich beispielsweise bei dem vielversprechenden Return von Rookie Zachariah Branch, der durch eine Holding-Strafe direkt wieder zunichtegemacht wurde.
Hinzu kamen bei vier Versuchen zwei verschossene Field Goals von Kicker Nick Folk, der in den vergangenen drei Spielzeiten insgesamt nur drei Field-Goal-Versuche verschossen hatte.
Trotz allem: Der Blick nach vorn bleibt positiv
Erkenntnis: Trotz der Niederlage bleibt Atlanta mitten im Rennen um die NFC South â mit klaren Ansatzpunkten fĂŒr Week 2.
Sportlich mag der erste Spieltag fĂŒr Fans und Team nicht wie erhofft verlaufen sein, doch es besteht kein Grund zur Sorge: Alle vier Teams der NFC South verloren am ersten Spieltag, die Falcons bleiben also mittendrin im Rennen um die Division. Grund dafĂŒr sind auch die zugelassenen Punkte: Mit nur 20 zugelassenen Punkten stehen die Falcons im Vergleich zu ihren Divisionsrivalen aktuell sogar auf Platz eins der NFC South.
Mit Chris Lindstrom (GehirnerschĂŒtterung), A.J. Terrell und Da'Shawn Hand (Knie) gibt es im Nachgang einige Blessuren zu verkraften, deren AusmaĂ und Bedeutung fĂŒr Week 2 sich erst in den kommenden Tagen zeigen wird. Wer die Leistung in Pittsburgh nĂŒchtern betrachtet, der erkennt: Die Grundlagen stimmen, die Big Plays von Robinson und die couragierte Vorstellung der Defense machen Mut. Jetzt gilt es, die eigenen Fehler abzustellen und den Fokus auf den Divisionsrivalen zu legen. Schon am kommenden Sonntag bietet sich zu Hause im Mercedes-Benz Stadium gegen die Carolina Panthers die nĂ€chste Gelegenheit fĂŒr den ersten Saisonsieg.
















