Seit Mittwoch sind die Atlanta Falcons in Madrid. Von Mittwoch bis Freitag trainierte das Team auf der Ciudad Real Madrid, dem Trainingsgelände des spanischen Rekordmeisters, und stand dort auch den Medienvertretern Rede und Antwort. Wer erwartet hatte, dass es in den Pressekonferenzen ausschließlich um Spielzüge, Match-ups und Verletzungen gehen würde, wurde insbesondere am Freitag überrascht: Die Stimmung war ausgelassen, es wurde viel gelacht und man spürte bei Coaches und Spielern gleichermaßen, wie sehr sie diese Reise genießen.
Stefanski: "Eine ziemlich besondere Woche"
Head Coach Kevin Stefanski zog am Freitag ein durchweg positives Zwischenfazit. "Es war eine coole Woche. Wir haben noch Arbeit vor uns, aber es ist eine ziemlich besondere Woche", sagte er. Besonders beeindruckt zeigte er sich davon, wie gut seine Mannschaft die ungewohnte Situation angenommen hat.
Auch von der Stadt selbst schwärmte Stefanski. Die allgemeine Stimmung in Madrid beschrieb er mit einem Wort: "kraftvoll". Dass die Reise für alle Beteiligten auch ein Privileg ist, daraus machte der Head Coach keinen Hehl und nahm sich dabei selbst ein wenig auf die Schippe: "In der ersten Klasse zu reisen, ist nicht das Schlimmste auf der Welt." Und weiter: "Wie viel Glück haben wir? An einen Ort wie Madrid zu reisen und das hier erleben zu dürfen."
Für Stefanski ist es bereits die vierte Reise über den Atlantik: Zweimal war er als Assistant Coach der Minnesota Vikings in Europa, im vergangenen Jahr als Head Coach der Cleveland Browns in London. In diesem Jahr steht er nun erstmals als Head Coach der Falcons auf europäischem Rasen.
"Ich habe es vermasselt – aber ich habe recherchiert"
Den wohl größten Lacher der Woche lieferte Stefanski bei dem Versuch, den Namen des Spielorts korrekt auszusprechen. Nach einem holprigen "Bernabéu" halfen die spanischen Medienvertreter im Raum nach und Stefanski nahm es mit Humor: "Das habe ich vermasselt, aber ich habe recherchiert." Der Saal lachte. Dass er tatsächlich vorbereitet war, bewies der Head Coach direkt im Anschluss: Baujahr und Renovierungskosten des Stadions zählte er ohne Spickzettel auf.
Neue Geschmäcker und eine neue Fankultur
Wide Receiver Olamide Zaccheaus nutzt die Tage in Madrid, um die Stadt zu entdecken und das auch kulinarisch. "Hier schmeckt alles anders. Wir probieren hier verschiedene Dinge aus", sagte er. Während Zaccheaus bis dato bewusst auf Fast Food verzichtet hatte, um Neues zu probieren, sorgte Defensive Lineman Brandon Dorlus für Gelächter, als er zugab, dennoch bei McDonald's gewesen zu sein. "Ich bleibe bei dem, was ich kenne," sagte er und sorgte dafür für einen weiteren Lacher bei den Anwesenden.
Auf die Frage, was Zaccheaus an Spanien bislang am wenigsten mögen würde? Die Sprachbarriere. Am meisten genieße er es aber, neue Menschen kennenzulernen.
Für den Receiver ist es nicht das erste Spiel in Europa, und doch beeindrucke ihn die Kulisse in Madrid: "Ich habe schon in London gespielt, aber diese Resonanz der Fans, die Mischung aus verschiedenen Trikots … Man sieht die Fankultur, man sieht, wie Menschen kommen und unterstützen, und man sieht, wie [die NFL] hier in Europa wächst."
Neben aller Vorfreude gehe es aber auch um die sportliche Vorbereitung. Die größte Umstellung sei die Zeitverschiebung, erklärte Zaccheaus. Außerdem müsse man sich an den Boden gewöhnen: Der Rasen in Europa sei rutschiger als die Spielflächen in den USA und die Wahl der richtigen Stollen werde damit zur kleinen Wissenschaft.
Rookies auf großer Reise
Für manche Spieler ist der Trip nach Madrid sogar eine echte Premiere. Linebacker Kendal Daniels, der in Oklahoma aufgewachsen ist, hat die USA zum ersten Mal überhaupt verlassen. Entsprechend groß und spürbar war die Vorfreude des Rookies. Gemeinsam mit Cornerback Avieon Terrell habe auch er bereits die Madrider Essenskultur erkundet.
Rise Up, Madrid!
Am Sonntag um 15:30 Uhr ist es dann so weit: Die Falcons empfangen als Heimteam die Cincinnati Bengals im Estadio Santiago Bernabéu. Stefanski wünscht sich dabei vor allem eines: möglichst viele Falcons-Fans auf den Rängen, die Madrid in Rot und Schwarz tauchen.
Alle Informationen zu den Veranstaltungen am Wochenende findet ihr hier: https://www.atlantafalcons.com/news/atlanta-falcons-in-madrid-freddie-fritz-und-legende-john-abraham-stimmen-aufs-bernabeu-ein
















