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Spielvorschau: Stoppen die Atlanta Falcons die Siegesserie der San Francisco 49ers?

Die Partie: Atlanta Falcons vs. San Francisco 49ers

Austragungsort: Mercedes-Benz Stadium (Atlanta, Ga.)

Kickoff: 25. Oktober 2026, 18:00 Uhr CET

All-Time-Record: 33-49-1 (zwei Postseason-Spiele inkludiert)

Wo ihr das Spiel schauen könnt: International Game Pass (via DAZN – mit deutschem und englischem Kommentar); Sky Sport (Konferenz)

Die Ausgangslage: Die Atlanta Falcons mussten sich in Week 6 den Chicago Bears geschlagen geben. Damit stehen sie nun bei einer Bilanz von 2-4 und kassierten zudem bereits die dritte Heimniederlage in Folge. Einfacher wird die Aufgabe in Week 7 nicht: Mit den San Francisco 49ers gastiert eines von nur noch drei ungeschlagenen Teams in Atlanta. Die Falcons brauchen dringend einen Sieg, um im Rennen um den Titel in der NFC South nicht den Anschluss zu verlieren, denn die Division ist auch in dieser Saison durchaus offen. Ein Sieg ist in dieser Woche daher Pflicht und Mammutaufgabe zu gleichen Teilen.

Wenngleich die Falcons auf Must-Win-Situationen oft nicht erfolgreich reagieren konnten, zeigten sie, dass sie stets für ein Upset gut sind. Letztes Jahr in Week 6 überrannten sie nicht nur die Buffalo Bills, sondern überraschten zudem in Week 17, als es für Atlanta nur noch um die Ehre ging, die Los Angeles Rams. Auch in dieser Saison bezwangen sie bereits überraschend die Green Bay Packers und zeigten, welches Potential eigentlich in ihnen steckt.

Der Gegner: Mit sechs Siegen aus sechs Spielen reisen die San Francisco 49ers als Spitzenreiter der NFC West und mit erheblichem Rückenwind nach Atlanta. Erst zum vierten Mal seit ihrem NFL-Beitritt konnten die 49ers einen solchen Saisonstart hinlegen.

Mit durchschnittlich 29,5 Punkten pro Spiel stellen sie die drittbeste Scoring-Offensive der Liga, gleichzeitig lassen sie lediglich 18,3 Punkte pro Partie zu. Nach Siegen gegen Seattle (32:29) und Denver (24:14) zeigte San Francisco auch beim 23:17-Erfolg gegen Washington am vergangenen Montag, was in diesem Team steckt: Christian McCaffrey erzielte zwei Touchdowns und kam auf 117 Yards-from-Scrimmage. Der Running Back gilt als San Franciscos Wunderwaffe. Laut Next Gen Stats erzielte der Ballträger zwischen 52 und 75 Rushing Yards pro Spiel – nur in Week 2 kam er gegen die 0-5 Miami Dolphins auf gerade einmal 23 Yards bei 10 Carries – brachte den Ball dafür aber gleich zweimal für sechs Punkte in die Endzone. Was ihn so gefährlich macht ist, dass er zudem regelmäßig auch als Passempfänger agiert, was es der Defensive schwerer macht, sich darauf einzustellen, ob ihr ein Lauf- oder ein Passspielzug bevorfsteht.

Zum Waffenarsenal der 49ers gehört zudem Tight End George Kittle. Dieser eröffnete gegen Washington das Scoring und fing damit in vier der vergangenen fünf Spiele einen Touchdown-Pass. Quarterback Brock Purdy ist überdies nach Tom Brady (2015) erst der zweite Signal Caller der NFL-Geschichte, der bei einem 6-0-Start mindestens 15 Touchdowns bei höchstens zwei Turnovern verbuchen konnte.

Ein Blick auf San Franciscos Verteidigung verrät, dass die Run Defense im Schnitt lediglich 90,2 Yards pro Spiel erlaubt. Für die Falcons gilt es daher, einen Weg zu finden, Bijan Robinson und Brian Robinson Jr. geschickt einzusetzen, um die Run Defense vor Herausforderungen zu stellen und zudem das Passing Game sauber zu integrieren. Großen Anteil am Erfolg der 49ers hat zudem der Pass Rush: Bereits 15 Sacks stehen zu Buche, in der gesamten Saison 2025 waren es lediglich 20. Erst am vergangenen Montag bescherte die Verteidigung Washington Commanders Quarterback Jayden Daniels einen langen Abend: gleich viermal brachte sie ihn mittels Sack zu Boden – das letzte Mal sechs Sekunden vor Ende des Spiels. Verantwortlich dafür ist ein bekanntes Gesicht: Defensive Coordinator Raheem Morris, bis Januar 2026 Head Coach der Falcons. Dieser kehrt nun erstmals an seine alte Wirkungsstätte zurück und er kennt das Team und die Spielweise er Falcons besser als jeder andere.

Das größte Problem der 49ers: Die Liste ihrer Verletzten wird immer länger. Wide Receiver Mike Evans musste gegen Washington bereits im zweiten Viertel mit einer Reizung der Achillessehne vom Feld, nachdem er bis dahin drei Pässe für 94 Yards gefangen hatte. Laut General Manager John Lynch ist sein Einsatz am Sonntag noch offen. Gleiches gilt für Edge Rusher Nick Bosa, der wegen einer Wadenverletzung zuletzt vier Spiele in Folge verpasste, während Star-Wide-Receiver Deebo Samuel (Oberschenkel) in jedem Fall weiterhin ausfallen wird. In der Defense sind vor allem die Linebacker und die Secondary angeschlagen: Linebacker Garret Wallow fällt aus, hinter zahlreichen weiteren Spielern wie Defensive End Mykel Williams und Cornerback Upton Stout steht bislang noch ein Fragezeichen.

Hinzu kommt eine Schwachstelle im Special Team: Kicker Eddy Pineiro vergab in dieser Saison bereits drei Extrapunkte und drei Field Goals, mehr als jeder andere Kicker der Liga. Schaffen die Falcons es mit ihrer Defensive, die 49ers aus der Endzone rauszuhalten und zu Field-Goal-Versuchen zu zwingen, könnte ihnen dies den entscheidenden Vorteil im Spiel bringen. Trotz ihrer makellosen Bilanz gehen die 49ers nur als knapper 2,5-Punkte-Favorit in die Partie – ursprünglich lag der Spread allerdings bei 4,5 Punkten. Mit der Bye Week vor Augen dürfte San Francisco kein Risiko mit seinen angeschlagenen Stars eingehen, und genau darin könnte Atlantas Chance liegen.

Die Falcons: "Wir müssen besser spielen. Besser coachen. Wir müssen unsere Leistung verbessern," sagte Head Coach Kevin Stefanski bereits am Mittwoch.

Nach zwei Niederlagen in Folge stehen die Atlanta Falcons mit zwei Siegen und vier Niederlagen unter Druck. Insbesondere, weil das Team vor heimischem Publikum in dieser Saison sogar noch auf den ersten Sieg wartet. Bei der 23:31-Niederlage gegen Chicago am vergangenen Sonntag kam die Offensive zu wenig zur Entfaltung: Weniger als 20 Minuten hatten die Falcons den Ball. Während die Bears 73 Spielzüge absolvierten, kam Atlanta lediglich auf 50. Zudem stand Quarterback Michael Penix Jr. dauerhaft unter Druck, wurde fünfmal gesackt und leistete sich zwei Fumbles.

Insgesamt musste der Signal Caller, der die ersten beiden Spiele der Saison 2026 nach seiner Kreuzbandoperation verpasste und gegen Baltimore mit einer Rippenverletzung spät im vierten Viertel ausschied, in vier Partien bereits neun Sacks hinnehmen. Daher ist es in dieser Woche insbesondere an der Offensive Line, Penix Jr. wieder besser zu beschützen und ihm so mehr Zeit in der Pocket zu verschaffen. Gegen den Pass Rush der 49ers wird es aus diesem Grund vor allem auf Right Guard Chris Lindstrom und Right Tackle Jawaan Taylor ankommen.

Penix Jr. selbst sieht den Schlüssel darin, offensichtliche Passing Downs bei Third Down zu vermeiden. Dafür kann er bekanntermaßen auf eine der gefährlichsten Waffen der Liga setzen: Running Back Bijan Robinson führt die NFL mit 758 Yards from Scrimmage an, davon 641 Rushing Yards.

Hinzu kommen Wide Receiver Drake London, der jederzeit ein Spiel an sich reißen kann, und Tight End Kyle Pitts, der in den vergangenen beiden Spielen dreimal in der Endzone jubelte.

Defensiv sorgte Za'Darius Smith mit 3,5 Sacks vor seiner Verletzung für Druck, in der Secondary sind mit A.J. Terrell und C.J. Henderson (beide Leiste) allerdings gleich zwei Top-Cornerbacks angeschlagen. Linebacker Kendal Daniels, der in der vergangenen Woche nach einem Spielzug auf dem Feld liegen blieb und anschließend auf einer Trage direkt ins Grady Memorial Hospital transportiert wurde, erlitt keine schweren Verletzungen, auch das Concussion Protocol muss er nicht durchlaufen. Er stieg daher im Laufe der Woche bereits langsam wieder ins Training ein, ob er am Sonntag wieder auf dem Feld stehen wird, ist allerdings noch unklar. Klar ist dagegen Stefankis Vision, wie die Falcons das Spiel gegen San Francisco auf der defensiven Seite des Balles gewinnen können: "Wir versuchen, den Quarterback unter Druck zu setzen; Druck mit vier, fünf oder sechs Spielern – das ist ein wichtiger Faktor, um die Offensive auszubremsen."

Dass Atlanta die 49ers zu Hause schlagen kann, bewiesen die Falcons zuletzt 2022 mit einem 28:14-Erfolg. Dazu wird das Team am Sonntag in den bekannten und sehr beliebten Throwback-Uniformen auflaufen. In diesen gelang es den Falcons bereits 2025 mehrfach, ihre Gegner zu bezwingen.

Gelingt es dem Team also, Penix konsequent zu schützen und Bijan Robinson früh ins Spiel zu bringen, könnten die Falcons der erste Stolperstein für den bislang makellosen Spitzenreiter werden.

Hinweis: In der Nacht vom 24. auf den 25. Oktober 2026 erfolgt die Zeitumstellung auf Winterzeit. Daher findet der Kickoff in dieser Woche bereits um 18:00 Uhr deutscher Zeit statt.

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