"Eine der denkwĂŒrdigsten Erfahrungen, die ich im Football gemacht habe. Eine unglaubliche Umgebung in einem historischen Veranstaltungsort mit tollen deutschen Fans. Danke! #ripseup" â das schrieb Guard Chris Lindstrom auf Instagram ĂŒber seine Erfahrungen beim NFL-Spiel in Berlin.
Auch Wide Receiver Drake London zeigte sich emotional ĂŒber die Möglichkeit, ein International Game in Deutschland zu spielen. "Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich als kleiner Junge mit acht oder sieben Jahren davon getrĂ€umt habe, in der Liga zu spielen. Mein Vater sagte immer, dass man mit Football und Basketball ĂŒberall hinkommen kann, dass Einen das ĂŒberall hinbringen kann. Ich wusste nicht, ob er damit Deutschland oder London oder so etwas meinte, aber es ist tatsĂ€chlich so gekommen und es ist verrĂŒckt", sagte London bereits am Freitag nach dem Training vor dem Spiel.
Doch nicht nur fĂŒr die Spieler war das vergangene Wochenende besonders. Die Magie und Vorfreude, dass die Falcons ein Spiel in der Hauptstadt spielen wĂŒrden, lieĂ sich das ganze Wochenende spĂŒren. Ob im Falcons Haus oder im Falcons Pub, die Fans waren heiĂ darauf, ihr Team auf deutschem Rasen spielen zu sehen.
Der Sonntag begann fĂŒr AnhĂ€nger der Falcons schon deutlich vor dem Spiel im Belushi's Alexanderplatz, dem offiziellen Pub der Falcons fĂŒr dieses Wochenende. Bei der "Dirty Birds Rally" heizte Community Host Eleni Frommann gemeinsam mit Maskottchen Freddie Falcon und seinem deutschen Cousin Fritz Falcon den Fans ordentlich ein. Dazu gab es Giveaways wie Jerseys, Mini-Helme und T-Shirts, laute Musik und gemĂŒtliches Beisammensein, bevor ein gemeinsamer Fan-Marsch zum Stadion startete. WeiĂe Fahnen mit der Aufschrift "Rise Up" zierten die StraĂen, wĂ€hrend die Fans auf dem Weg zur U-Bahn-Station Rosa-Luxemburg-Platz lauthals "We ready" sangen. Die Stadt war schwarz, weiĂ und rot und das sollte jeder sehen und hören. Egal, ob aus Berlin, London oder Atlanta, bei diesem Fan-Marsch wurde einfach die gemeinsame Liebe zu den Falcons zelebriert.
Am Stadion angekommen war von Anfang an klar: "Das heute, das wird anders. Besonders." Fans von allen 32 NFL-Teams versammelten sich im Berliner Olympiastadion, um sich das Spiel der Indianapolis Colts gegen die Atlanta Falcons anzusehen. An diesem Sonntag stand der Sport im Mittelpunkt, den alle an einem gemeinsamen Ort feiern wollten.
72.203 Zuschauer beobachteten den Kampf um den Sieg zwischen den Colts und den Falcons. Aber es blieb nicht bei Beobachtungen. Zum 36. JubilĂ€um des Mauerfalls hatte sich die NFL im Vorfeld des Spiels eine besondere Choreographie ĂŒberlegt, fĂŒr die auf allen PlĂ€tzen im Stadion Fahnen fĂŒr die Fans platziert wurden. Die Nationalfarben der USA, das NFL-Logo und die Farben der deutschen Flagge machten das Stadion zu einer einzigartigen Kulisse. GĂ€nsehaut garantiert, insbesondere im Zusammenspiel mit dem Song "Wind of Change" von den Scorpions. "Wir sind eins", so könnte man die Aussage dieses Schauspiels wohl am besten beschreiben.
Das Spiel selbst machten die Fans zu einer groĂen Party. WĂ€hrend auf dem Feld die beiden Teams auf Augenhöhe gegeneinander um den Sieg beim ersten NFL Berlin Game kĂ€mpfen, schunkelten Fans der Falcons und der Colts gemeinsam zur Musik. Immer wieder gingen Laola-Wellen durch das Stadion, gefolgt von GesĂ€ngen. "Take me home, Country Roads" â es ist der Moment, auf den alle deutschen Fans sehnsĂŒchtig gewartet hatten. Der Klassiker von John Denver ertönte und ein ganzes Stadion sang, zĂŒckte Handys und startete das Licht der Taschenlampe. Selbst als die Musik stoppte und auf dem Feld bereits das nĂ€chste Play begann, sangen die Fans weiter, gefolgt von tosendem Applaus. Es sind diese Momente, die NFL-Spiele in Deutschland einzigartig und unvergesslich machen.
Unvergesslich wird fĂŒr alle Fans wohl auch die Overtime bleiben. Mit einem Endstand von 25:25 nach vier Vierteln gab es fĂŒr alle noch ein bisschen mehr Football. Wenngleich die Colts am Ende den entscheidenden Touchdown zum Sieg erzielen und das Spiel damit fĂŒr sich entscheiden konnten, tat dies der Stimmung der Falcons Fans keinen Abbruch. Es ist das einzigartige Erlebnis dieses ganzen Tages, das in Erinnerung bleibt und das durch einen Sieg höchstens noch ein wenig verschönert worden wĂ€re.
Auch Alesantoz, der GrĂŒnder des deutschen Fanclubs Atlanta Falcons Germany, schwelgt trotz der Niederlage ausschlieĂlich in positiven Erinnerungen. "Die Leute waren begeistert. FĂŒr mich persönlich, ich war einfach glĂŒcklich ĂŒber diese Gelegenheit, das alles so erleben zu dĂŒrfen. Diese ganze Woche voller Euphorie, voller lieber Leute und Enthusiasmus. Wir hatten 24/7 eine riesige Party und das ist einfach unvergesslich. Es geht nicht besser, als sein eigenes Team in der eigenen Stadt zu haben."
Das Wochenende war also trotz der Niederlage gegen die Colts ein voller Erfolg fĂŒr die Dirty Birds. Rund 3.000 Menschen besuchten am Samstag das Falcons Haus im Fotografiska und brachten das ganze Wochenende den Falcons Pub zum Beben. Bei diesem NFL Berlin Game wurden nicht nur neue Bekanntschaften und Freundschaften geschlossen. Auch die Verbindung der deutschen Fans zu den Falcons und nach Atlanta wurde hierdurch mehr als nur gefestigt.
Jetzt sind die Falcons zurĂŒck in Atlanta, wo sie am kommenden Sonntag die Carolina Panthers empfangen werden. Doch auch wenn die Saison unaufhaltsam voranschreitet, diese Woche 10 der Saison 2025 werden wir alle sicherlich so schnell nicht vergessen. Rise Up, Dirty Birds!
















